Essen: Ausländer dürfen sich nicht wie Deutsche demütigen lassen

Fake News - näher an der Wahrheit als die Realität

1. März 2018 0
Bilder aus vergangenen Tagen bei der Essener Tafel.Bilder aus vergangenen Tagen bei der Essener Tafel.

Rückschlag für die Integrationsbemühungen der Bundesregierung: In Essen wurden zahlreiche Migranten von einem soziologischen Projekt ausgeschlossen. Für die Betroffenen ein schwerer Rückschlag auf dem Weg hiesige Gebräuche kennenzulernen und diese in ihren Lebensalltag aufzunehmen.

„Ich wollte immer Deutscher werden,“ erzählt uns der Betroffene Ali Mustafa (Name nicht von der Redaktion, sondern von ihm selbst geändert) aus Novi Sad (Syrien), „und zwar mit Haut und Harem. Als ich hierher kam, hatte ich eine völlig andere Vorstellung von Deutschland. Der Begriff „Demütigung“ war mir zwar bekannt, mir war aber nicht bewusst, welchen hohen Stellenwert er in der deutschen Gesellschaft geniest. Daher finde ich es um so trauriger, dass wir jetzt aus diesem Soziokulturellen Projekt ausgeschlossen werden. In der nordrhein-westfälischen Stadt Essen dürfen auserwählte Deutsche jeden Tag zu einer Einrichtung namens „Tafel“ gehen und sich dort mit abgelaufenen Speisen füttern lassen. Und das obwohl viele von ihnen in der Lage wären sich selbst zu versorgen. Ja einige von ihnen sogar arbeiten gehen. Ich finde in einem so reichen Land wie Deutschland ist das eine faszinierende Einrichtung.“

Nun hat die Tafel in Essen einen Aufnahmestopp für Migranten verhängt, weil manche Lebensmittel nicht schnell genug ablaufen. Schuld daran sei die Lebensmittelindustrie, wie uns ein Sprecher der Essener Tafel mitteilte. „Lebensmittelhersteller kippen immer mehr Chemie in unser Essen, so das es sich bis zum Sankt Nimmerleinstag hält und wir dann den Negern keine Speisen anbieten können. Diese Nazis!“

Auch Ali Mustafa findet das zutiefst diskriminierend.

Mustafa ist allerdings von der Integration weiterhin überzeugt und hat sich schon ein anderes Projekt gesucht. „Obwohl ich nie verstanden habe, warum es in einer Stadt namens Essen so wenig Verpflegung gibt, muss ich deswegen nicht verzagen.“ Er ist aus seinem Asylbewerberheim ausgezogen (offiziell weil er fürchtete, es könne dort zu heiß werden) und hat sich dem Demütigungsprojekt „Unter der Brücke schlafen“ angeschlossen. Die Bedingungen zu einem möglichst immersive Erlebnis seien derzeit hervorragend. Bei Minus 10 Grad ist das Turbointegration.

 

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