Wird der Hoeneß Prozess neu aufgerollt?

Die ungeschminkte Wahrheit

Wird der Hoeneß Prozess neu aufgerollt?

3. August 2014 Deutschland Diktatur Merkel Politik 2

„Uli Hoeneß 2503“ von Harald Bischoff – CC BY-SA 3.0

Als Manager und Präsident des FC Bayern München hat Uli Hoeneß Großes vollbracht. Er gilt als einer der Architekten des Vereins, der über Jahre hinweg die Bundesliga dominiert. Auch international ist der Verein eine Macht und vertritt Deutschland regelmäßig in der Champions League. Aber nicht nur als Aushängeschild für den Fußballstandort Deutschland ist der FC Bayern München enorm wichtig, sondern auch als Wirtschaftsfaktor. Unzählige Arbeitsplätze hat Uli Hoeneß während seiner Arbeit für den FC Bayern geschaffen. Den Bau eines neuen, hochmodernen Stadiums durchgezogen und damit zur Aufwertung der Stadt München als europäische Metropole beigetragen. Auch weitere Münchner Vereine, wie der TSV 1860 München, haben von der hervorragenden Infrastruktur profitiert. Hinzu kommen zahlreiche Fan-Shops, Fanclubs, sowie Arbeitsplätze für Platzwarte, Trainer und Ordner. Auch nicht zu vergessen die Nachwuchsarbeit im Verein, die zahllosen Kindern und Jugendlichen durch intensive Förderung eine sportliche Perspektive eröffnet. So werden vor allem auch Kinder mit Migrationshintergrund ohne größere Probleme integriert. Sprachbarrieren spielen im Fußball keine große Rolle. Ohne Zweifel hat Uli Hoeneß für München und auch für Deutschland Außergewöhnliches geleistet.

Um so verwunderlicher ist, dass er jetzt vor Gericht steht.Unbekanntes ObjektHolger Rugenbauer, Politikwissenschaftler an der Universität Hohenstein, hat die Anklageschrift studiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich dabei nicht um einen fairen Prozess handelte. Er unterstellt ein politisches Motiv. Um die Frage zu beantworten, wie er darauf komme, muss Herr Rugenbauer etwas ausholen.

Zunächst einmal hat ihn stutzig gemacht, dass in der Anklageschrift nur von 3,5 Millionen € Steuerhinterziehung die Rede war. Wie derartige Zahlen zusammenkommen, ist schwer nachprüfbar. Zugriff auf die Steuererklärungen habe nur die Finanzämter, also der Staat. Die Öffentlichkeit bleibt außen vor. Hier könnte die Staatsanwaltschaft alles behaupten, nachprüfbar wäre es nicht. Steuerhinterziehung ist in autoritären Regimen ein beliebtes Motiv, um missliebige Personen los zu werden. Ein weiteres deutliches Indiz für einen politisches Motiv, ist der plötzliche Sprung dieser Summe auf unglaubliche 28,5 Millionen € während des Prozesses. Rugenbauer vermutet, dass die Ankläger gemerkt hatten, dass 3,5 Millionen eventuell zu wenig sind, um Hoeneß lange genug hinter Gitter zu bringen und seinen Ruf nachhaltig zu zerstören. Deshalb wurden die Zahlen in einer ziemlich offensichtlichen Aktion nachträglich einfach auf eine höhere Summe gebracht.

In Deutschland scheint dieses Vorgehen System zu haben. Leistungsträger wie Uli Hoeneß, die sich engagieren, die Jugend fördern und die Wirtschaft und damit unseren Wohlstand am Laufen halten, werden in rechtsstaatlich fragwürdigen Prozessen aus dem Verkehr gezogen. So wird der Mittelstand nachhaltig geschwächt. Die Millionen, die den Opfern in diesen Prozessen entzogen werden, werden an Hartz IV Empfänger verteilt, die dann bei der Wahl bereitwillig populistischen Politikern ihre Stimme geben.

Rugenbauer verweist hier auf die politische Entwicklung in Deutschland während der Regierungszeit von Angela Merkel. Merkel ist seit 2005 im Amt. Damit ist Ihre Regierungszeit genauso lang wie die des russischen Autokraten Vladimir Putin. Längere Regierungszeiten haben in Europa derzeit noch der Weißrussische Diktator Lukaschenko (20 Jahre) vorzuweisen.

Angela Merkel ist bekannt dafür, dass sie keine politische Agenda hat. Ihre Politik ist durch Abwarten gekennzeichnet. Sie tut immer das, was gerade opportun ist. Es fehlt ihr an Visionen für Deutschland. In ihre Regierungszeit fällt auch eine der größten Krisen der deutschen Wirtschaft in den letzten 50 Jahren. Kein gutes Aushängeschild. Uli Hoeneß ist das ganze Gegenteil von Angela Merkel. Er hat Visionen, er schafft Arbeitsplätze, er fördert den Mittelstand, er gibt der Jugend eine Perspektive. Das hier ein Kontrahent für das populistische Regime von Angela Merkel erwächst, ist laut Rugenbauer offensichtlich.

Um seine Argumente zu untermauern, weißt Rugenbauer auf die Entwicklung Deutschlands in Richtung Autokratie seit der Wahl von Angela Merkel hin. Zwei Jahre nach ihrem Amtsantritt nutzte sie den G8 Gipfel, um Hausdurchsuchungen gegen Regierungskritiker durchzuführen. Bei den anschließenden Protesten kam es zu Massenverhaftungen. Wegen der Menge an Verhafteten wurde die Protestierer teilweise auf der Straße in Käfige gesperrt. Panzer wurden an der Straße zur Abschreckung aufgefahren. Kundgebungen wurden durch niedrigfliegende Hubschrauber gestört.

Vor wenigen Monaten wurde eine Demonstration für die Rote Flora, ein wichtiger Treffpunkt für Oppositionelle und Merkel-Kritiker, von der Polizei unterbunden. Das Haus, in dem sich die Oppositionellen trafen, sollte geschlossen werden. Ein direkter Befehl von Merkel für die Schließung des Hauses konnte bisher nicht nachgewiesen werden, jedoch gehen die regelmäßigen Besucher des Treffs davon aus, dass Merkel dahinter steckt.

„Wir haben die Politik von Angela Merkel öffentlich kritisiert, das wird ihr nicht gefallen haben.“ sagt ein Aktivist der Roten Flora, der aus Angst vor Repressionen anonym bleiben will.

Wie auf YouTube-Videos nachweisbar ist, provozierte eindeutig die Polizei den Abbruch der Demonstration, versuchte es aber den friedlichen Demonstranten in die Schuhe zu schieben und behauptete wahrheitswidrig, dass Demonstranten Polizisten vor der weit entfernten Wache angegriffen hätten.

Auch die anderen Parteien im Parlament scheint Angela Merkel im festen Griff zu haben. Bei der letzten Wahl, stellte die „Oppositionspartei“ SPD einen eigenen „Gegenkandidaten“ – Peer Steinbrück – auf. Allerdings war Peer Steinbrück bereits zuvor Finanzminister im Merkel-Kabinett und war dort ihr wichtigster Unterstützer bei ihren politischen Entscheidungen. Im Wahlkampf behauptete er brav das Gegenteil und erzählte, dass er alles ganz anders machen würde, als seine vermeintliche Gegenkandidatin. Ein nur allzu leicht durchschaubares Spiel, das man auch aus autoritären Staaten wie Russland kennt.

Doch was wollte Uli Hoeneß? Hat er Merkels Spiel durchschaut? Einige vertraute Kreise munkelten, dass Hoeneß bei der nächsten Wahl gegen Merkel antreten wollte, um ihr korruptes System abzuschaffen. Aufgrund seiner großen Verdienste für Deutschland und seiner ausgezeichneten Führungsqualitäten räumt Rugenbauer ihm große Chancen gegen Merkel ein. „Möglicherweise hätten viele Menschen ihre Stimme Uli Hoeneß gegeben.“ konstatiert Rugenbauer. Aus diesem Blickwinkel ergibt der Prozess Sinn: Eine Anklage wegen 3,5 Millionen € hätte nicht gereicht, um Hoeneß lange genug im Gefängnis zu halten. Er wäre vermutlich noch vor der nächsten Wahl entlassen worden. Gleichzeitig hätte Merkel einen Märtyrer geschaffen. Brandgefährlich für ihr Regime.

Rugenbauer verweist auf einen ähnlichen Fall, wo ein autoritärer Despot reiche und erfolgreiche Gegner über den Vorwurf der Steuerhinterziehung auszuschalten versucht: „Der Fall Chordokovski gleicht dem Fall Hoeneß fast in allen Details.“ sagt Rugenbauer, „Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man fast denken, ein Satiriker hätte sich das Ganze ausgedacht.“

Ursprünglicher Artikel vom 14.04 auf iProtest

 

2 Antworten

  1. Li-Tai-Pe sagt:

    an die Redaktion:
    ich wollte noch einmal nachfragen. Der Mann vom Keller in Münster in der Ukraine… wann ist die Beerdigung?

  2. […] als es jedes seriöse journalistische Magazin gekonnt hätte, brachte es die Satire-Zeitschrift Spiegel gestern auf den Punkt: In deutschen Medien wird betrogen, gelogen und gegen Russland gehetzt, dass […]

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